DAS FLS

Seit 2009 wird das Farbleitsystem – kurz FLS – von Dejan Pavlovic mit dem Main-Taunus-Kreis in Hessen entwickelt, das Schülern, Lehrkräften, Verwaltungsangestellten und externen Besuchern eine schnellere Orientierung in den Schulen bietet. Darüber hinaus profitieren auch Sicherheitskräfte wie Rettungsdienste, Feuerwehren und Einsatzkräfte der Polizei von einer einfachen Orientierung innerhalb der Schulgebäude, um insbesondere in Not- oder Krisenfällen schnellstmöglich Hilfe leisten zu können.

Wir entwickeln das FLS stetig weiter und sind direkt mit den Schulen und der Polizei in Kontakt, um neue Ideen und Ratschläge umzusetzen. Mittlerweile hat das FLS mehrere Landkreise und Schulträger überzeugt, die dieses System in der nächsten Zeit installieren werden.

Neben dem öffentlichen und sichtbaren Teil des FLS (Türmarker, Eingangsmarker, Schilder, usw.), werden für die Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste zwei Arten von FLS-genormten Orientierungsplänen erstellt, die allerdings nur für den internen Gebrauch zur Verfügung stehen.

Barrierefreie Elemente werden nach Bedarf in das FLS integriert. So werden beispielsweise barrierefreie Zugänge an Gebäuden auf den Orientierungstafeln gekennzeichnet und über Braille-Schrift oder taktile Schrift kann eine zusätzliche Kommunikationsform auf den Türmarkern und Orientierungstafeln aufgebracht werden.

Seit 2019 werden auch die ersten Krankenhäuser mit dem Farbleitsystem ausgestattet, da der Bedarf an einer einheitlichen Orientierung immer mehr an Wichtigkeit zunimmt. Gerade durch den Erfolg des Farbleitsystems an Schulen wurden auch Krankenhäuser darauf aufmerksam und sehen den Nutzen in unserem einheitlichen Leitsystems.

Grundsätzlich ist das FLS mit anderen Orientierungssystemen kombinierbar.

über uns

Die Besuchergruppe aus
Marburg und Marburg-Biedenkopf

mit Schulleiterin Silvana Stapel (links außen) sowie Dejan Pavlovic (5. von rechts), Erster Polizeihauptkommissar Manfred Braun und Polizeidirektor a.d. Jürgen Moog (rechts außen). (Juni 2015)

HAUPTGRÜNDE, WARUM DIESES SYSTEM VON DER POLIZEI, DEN SCHULTRÄGERN UND DEN JEWEILIGEN SCHULEN BEVORZUGT WIRD:

  • Ein sehr einfach zu verstehendes System Die Lernhürde, um es zu verstehen und anzuwenden ist sehr gering. Unterstützend steht Infomaterial für Eltern und Schulen zur Verfügung.
  • Standardisiert und identisch an allen Schulen Das FLS wird in allen Schulen nach der selben Norm umgesetzt. Grundschulen, weiterführende Schulen und Berufsschulen benutzen das selbe FLS.
  • Schnelle Installation des FLS Wenn die Grundrisse der Schulen vorliegen kann die Umsetzung der Konzeption und Installation innerhalb von 2-4 Wochen fertig gestellt werden.
  • Wartungsfrei und bei Beschädigung schnell und einfach erneuerbar Da das System keine technischen oder elektrischen Komponenten hat, braucht es nicht gewartet zu werden. Erfahrungen zeigen uns, dass die Türmarker nicht beschädigt werden. Falls trotzdem eine Beschädigung stattfindet oder eine Tür erneuert werden muss, ist die Anbringung der FLS-Komponenten in Minuten erledigt.
  • Kostenbewusst Gegenüber anderen Maßnahmen im Bereich der Prävention ist die Installation des FLS sehr günstig.
  • Langfristiger Nutzen Gegenüber anderen Maßnahmen (Gegensprechanlagen, Kameras, Sicherheitsschlösser, usw.) ist das FLS zeitlos.
  • Flexibel Bei Erweiterungs- und Neubauten, kann das FLS unkompliziert ergänzt werden.
  • Alltagstauglich Das FLS ist nicht nur für den “Notfall” geeignet, wie das bei Fluchttreppen oder Fluchthinweisschildern der Fall ist, sondern es kann auch im Alltag für die interne Kommunikation der Schule, bei Veranstaltungen für Besucher und auch für die Schüler selbst genutzt werden.
  • Wahrnehmung von Sicherheit Durch die Präsenz des FLS, wird den Schülern und auch den Eltern gezeigt, dass die Sicherheit an den Schulen einen hohen Stellenwert genießt. Andere technische Mittel sind in der Regel nicht auffallend und werden auch von den Schülern nicht wahrgenommen.
  • FLS-Siegel Jede Schule erhält ein FLS-Siegel, sobald alle FLS-Komponenten angebracht und begutachtet wurden. Dieses Siegel wird am Haupteingang der jeweiligen Schule angebracht. Somit können Besucher sofort erkennen, wenn das FLS an der Schule installiert ist.
  • Vorhandenes und individualisiertes Infomaterial Informationsmaterialien werden an das jeweilige CI und die vor Ort vorhandenen Türmarker jeder Schule angepasst.
fls Vorteile

Einführung: Farbleitsystem als Sicherheitsfaktor

Das Farbleitsystem (FLS) ist ein durchdachtes, farbcodiertes Orientierungssystem, das insbesondere in Schulgebäuden und medizinischen Einrichtungen eingesetzt wird, um im Alltag wie auch in Krisensituationen eine schnelle, intuitive und eindeutige Orientierung zu ermöglichen. Ursprünglich entwickelt, um im Fall von akuten Bedrohungslagen wie Amokläufen, Bombendrohungen oder Evakuierungen lebensrettende Orientierung zu schaffen, hat sich das System inzwischen als ein umfassendes Leitinstrument für den gesamten Gebäudebetrieb etabliert. Es wird heute nicht nur von Einsatzkräften als entscheidendes Hilfsmittel genutzt, sondern auch von Schülern, Lehrkräften, Besuchern, Kindern mit Beeinträchtigungen und nicht zuletzt von den Schulträgern selbst als effektives Mittel zur Strukturierung ihrer Einrichtungen geschätzt.

Funktionsprinzip des Farbleitsystems

Die Funktionsweise des Systems ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Schulgebäude werden in Farbbereiche gegliedert, die sich – ausgehend vom Haupteingang – im Uhrzeigersinn entlang des Farbkreises aneinanderreihen. Jeder Flur, jede Gebäudeeinheit und jeder Raum ist klar einer Farbe zugeordnet. Diese Farben werden konsequent auf Schildern, Grundrissen, Türen und digitalen Systemen eingesetzt. Durch diese visuelle Struktur entsteht eine unmittelbare Orientierungshilfe, die auch unter Stress, in Panik oder bei eingeschränkten sprachlichen oder kognitiven Fähigkeiten funktioniert – ein entscheidender Faktor insbesondere in Bedrohungslagen.

Markenschutz und Schutzrechte

Das System ist seit dem Jahr 2009 rechtlich geschützt. Es wurde unter der Designnummer 402015202596-0001 sowie der Markennummer 30 2009 075 270 (Aktenzeichen: 30 2009 075 270.2 / 42) beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragen. Dieser Schutz bewahrt das System nicht nur vor Nachahmung, sondern dokumentiert auch seine Originalität und Strukturtreue. Die entsprechenden Einträge können über www.dpma.de eingesehen werden.

Gesetzliche Grundlagen und Sicherheitsverpflichtungen

Neben seiner praktischen Nützlichkeit erfüllt das Farbleitsystem auch alle rechtlichen und normativen Anforderungen, die an Schulträger und öffentliche Einrichtungen gestellt werden. So verpflichtet beispielsweise § 2 Absatz 2 des Hessischen Schulgesetzes (HSchG) alle Schulen dazu, Maßnahmen zu ergreifen, die die körperliche Unversehrtheit und das Wohl der Schülerinnen und Schüler sicherstellen. Ergänzend dazu fordert die DGUV Vorschrift 1 – Grundsätze der Prävention – in § 4 von Schulträgern organisatorische Maßnahmen zur Unfallverhütung. Ein standardisiertes, klar strukturiertes Orientierungssystem leistet hierzu einen wesentlichen Beitrag, da es sowohl präventiv wirkt als auch im Ernstfall lebensrettende Orientierung ermöglicht.

Darüber hinaus ist das Farbleitsystem (FLS) Bestandteil der DIN-Norm VDE V 0827, die Anforderungen an Sicherheits-, Alarmierungs- und Orientierungssysteme in öffentlichen Gebäuden – insbesondere in Schulen – definiert. Diese Norm legt großen Wert auf eine schnelle, eindeutige und unter Stressbedingungen zuverlässig erfassbare Orientierung. Insbesondere visuelle Leitsysteme, die unabhängig von Sprache funktionieren und dauerhaft verfügbar sind, werden dabei als wesentlicher Bestandteil ganzheitlicher Sicherheitskonzepte beschrieben.

Das Farbleitsystem erfüllt diese Anforderungen in besonderem Maße: Durch die konsequente farbliche Gliederung von Gebäuden, Fluren, Ebenen und Räumen entsteht eine intuitive visuelle Struktur, die auch in Ausnahmesituationen wie Amoklagen, Evakuierungen oder Brandereignissen zuverlässig funktioniert. Farben können schneller erkannt werden als Texte oder Nummernsysteme, sie reduzieren Orientierungsverluste und unterstützen sowohl ortsunkundige Personen als auch Einsatzkräfte bei der schnellen Lageeinschätzung.

Im Zusammenspiel mit technischen Maßnahmen wie Alarmierungs-, Lautsprecher- oder Notrufsystemen stellt das Farbleitsystem eine dauerhaft verfügbare, passive Orientierungsebene im Sinne der DIN VDE V 0827 dar. Selbst bei Stromausfällen, hoher Geräuschkulisse oder eingeschränkter Kommunikation bleibt die Orientierung gewährleistet. Damit ist das Farbleitsystem nicht nur ein ergänzendes Gestaltungselement, sondern ein normkonformer Bestandteil eines umfassenden Sicherheits- und Orientierungskonzeptes.

Für Schulträger, Kommunen und Behörden bedeutet die Einbindung des Farbleitsystems in die DIN VDE V 0827 ein hohes Maß an Planungs- und Rechtssicherheit. Das System verbindet gesetzliche Verpflichtungen, normative Anforderungen und praktische Alltagstauglichkeit und erfüllt damit in besonderer Weise die heutigen Anforderungen an Sicherheit, Inklusion und Orientierung in öffentlichen Bildungseinrichtungen.

Anforderungen durch Polizei und Einsatzkräfte

Die rechtliche Bedeutung eines funktionierenden Leitsystems zeigt sich besonders deutlich in den Polizeigesetzen der Länder. In Hessen verpflichtet das Hessische Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung (HSOG) die Polizei, bei Amokläufen oder akuten Gefährdungslagen sofort zu intervenieren, in das Gebäude einzudringen und neutralisierend zu wirken. In solchen Szenarien ist jede Sekunde entscheidend. Ein Farb-Orientierungssystem wie das Farbleitsystem (FLS) ermöglicht den Einsatzkräften, Räume gezielt anzusteuern, klare Lagemeldungen abzusetzen und im Gebäude koordiniert vorzugehen. Es reduziert die Orientierungslosigkeit und erhöht die Handlungssicherheit erheblich – nicht nur bei der Polizei, sondern auch bei Rettungskräften, Evakuierungshelfern und Schulpersonal.

Anerkennung durch Behörden und Integration in die Ausbildung

In Hessen wurde das Farbleitsystem deshalb auch offiziell in den „Leitfaden für Sicherheit an Schulen“ aufgenommen. Die Polizei und die Rettungsdienste des Landes haben es als einzig offiziell verwendetes Orientierungssystem in Bedrohungslagen anerkannt. Besonders hervorzuheben ist die Implementierung des Farbleitsystems (FLS) auf dem Campus der Hessischen Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit in Mühlheim am Main. Dort wird das System in der Ausbildung von Polizeianwärterinnen und -anwärtern aktiv eingesetzt, damit die Einsatzkräfte es frühzeitig kennenlernen und verinnerlichen. Dieses Beispiel zeigt, wie sehr Theorie und Praxis beim Farbleitsystem ineinandergreifen: Was in der Ausbildung geübt wird, kann im Ernstfall Leben retten.

Inklusion und Alltagstauglichkeit im Schulbetrieb

Auch jenseits von Bedrohungslagen erfüllt das Farbleitsystem wichtige Aufgaben. Im inklusiven Unterricht – etwa mit Kindern mit Autismus, mit Seh- oder Lernbehinderungen, mit Sprachbarrieren oder Migrationshintergrund – bietet das Farbleitsystem (FLS) eine einfache, allgemein verständliche Möglichkeit zur Orientierung. Es erleichtert das Auffinden von Klassenzimmern, Fachräumen, Toiletten oder Ausgängen. Auch im Alltag von Grundschulen, Ganztagsangeboten oder Schulbegleitung hat sich das System bewährt. Die visuelle Gliederung des Gebäudes schafft eine Struktur, die Unsicherheiten reduziert und das Sicherheitsgefühl stärkt.

Verbreitung in Deutschland und beteiligte Schulträger

Die Verbreitung des Farbleitsystems nimmt kontinuierlich zu. Bundesweit wurde es bereits in über 400 Schulen (Stand 2025), Kliniken und öffentlichen Einrichtungen installiert. In Hessen ist der Main-Taunus-Kreis besonders hervorzuheben, da er alle seine Schulen mit dem System ausgestattet hat. Auch weitere Städte und Schulträger haben sich dem Modell angeschlossen. So kommt das Farbleitsystem beispielsweise in der Stadt Hamm in Nordrhein-Westfalen zum Einsatz, ebenso in Sinsheim, Leutkirchen und Weinstadt in Baden-Württemberg sowie in Bisingen. In Hessen nutzen neben dem Main-Taunus-Kreis, Hochtaunuskreis und Groß-Gerau auch die Städte Rüsselsheim, Frankfurt am Main und Wiesbaden das System in mehreren ihrer Schulen. Diese Entwicklung zeigt, dass das Farbleitsystem (FLS) längst kein Einzelprojekt mehr ist, sondern sich auf dem Weg befindet, bundesweiter Standard zu werden.

Rückmeldungen aus der Praxis

Die Rückmeldungen aus den Kommunen sind dabei durchweg positiv. Schulleitungen berichten von deutlich besserer Orientierung im Alltag, gerade für neue Kolleginnen und Kollegen sowie externe Personen wie Handwerker oder Gäste. Polizei und Feuerwehr bestätigen, dass die Arbeit im Einsatz deutlich erleichtert wird. Eltern schätzen die zusätzliche Sicherheit, die das System insbesondere im Notfall bietet – und auch Schülerinnen und Schüler gewöhnen sich schnell an die Farbenlogik, die sie intuitiv erfassen. Eine vollständige Übersicht über die Schulen, Schulträger und Kommunen, die das Farbleitsystem bereits nutzen, ist auf der offiziellen Webseite abrufbar.

Einzigartigkeit und Zukunftspotenzial

Das Besondere am Farbleitsystem liegt darin, dass es nicht nur technisch durchdacht und gestalterisch eindeutig ist, sondern dass es als einziger Anbieter auf dem deutschen Markt alle drei Kernbereiche sinnvoll miteinander verknüpft: sichere Krisenbewältigung, inklusive Alltagstauglichkeit und behördlich anerkannte Standardisierung. Es handelt sich nicht um ein loses Schilderkonzept oder ein digitales Tool, sondern um ein systemisches Sicherheits- und Orientierungskonzept mit Schutzrechten, Schulungskonzepten, Einsatzstandards und praktischer Alltagserfahrung.

Bis heute existiert keine vergleichbare Lösung, die so flächendeckend, rechtlich geschützt und praxisbewährt ist. Städte und Gemeinden sehen im Farbleitsystem deshalb einen echten Unique Selling Point – ein Alleinstellungsmerkmal, das nicht nur auf dem Papier überzeugt, sondern auch im täglichen Schulbetrieb sowie in Extremsituationen verlässlich funktioniert.

Weiterführende Informationen und Quellen

Weitere vertiefende Informationen zur Bedeutung von Signaletik in der Amokprävention und zur Entwicklung von Gewaltprävention an Schulen finden sich auch in den folgenden Online-Beiträgen:

Signaletik als Amokprävention an Schulen (Wikipedia)

Amoklauf an einer Schule (Wikipedia)